Kampfkunstgeschichte

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Das Wort Karate

Das Wort Karate ist nicht
sehr alt. Wörtlich übersetzt heisst Karate leere Hand (kara=leer,
te=Hand, Technik). Vermutlich wurde 1929 dieser Ausdruck das
erste mal verwendet. Die Bezeichnung von Karate Als
„Chinesische Hand“ oder sanfter ausgedrückt „Todai“
(Technik der chinesischen Hand) wurde bereits auf Okinawa
verwendet. Dessen Ursprung ist leider schwer zu verfolgen.



Toudei-Karate Chinesische Hand
Karate Leere Hand


1922
1929

Das Wort Karate wird erst
seit 100 Jahren verwendet. Die vielen Techniken die im karate
vereint sind, wurden in verschiedenen Epochen und in der
Geschichte ausgeführt. Karate kann als einer der Kampfkünste
der Gegenwart angeschaut werden.

Kampfkünste in der Geschichte

Waffenlose Kampfkunsttechniken wurden als
Mann gegen Mann Kampf  ausgetragen.
Der Grund dieser Kämpfe könnte verschieden sein. Kämpfe
konnten sowohl als Spiel, als die sportlicher Wettkampf
sowie auch in rituellen Zeremonien oder als ernste
Auseinandersetzung auf Leben und Tod. Es scheint so, als
ob die Kampfkünste verschiedene Eigenschaften in der
Geschichte hatten. Lange bevor Karate entstand, waren Kampfkünste
unterschiedlichster Facetten bekannt. In den weiteren Texten
findet ihr eine Analyse der Kampfkünste. Das Augenmerk
richten wir auf die Entstehung der Kampfkunst und wie daraus
Karate entstand.

 

Mesopotamien

Die ältesten Fundstücke
mit Darstellungen der Kampfkünste die bisher entdeckt wurden
stammen aus Mesopotamien (Meso=zwischen, Potam=Fluss). Die
Gegend zwischen den Flüssen Tigris und Euphrat wird
Mesopotamien genannt. Dieser Gegend wird der Ursprung der
Zivilisation zugesprochen. Dir Sumerer bauten dort die erste
Stadtstaat der Urq hiess. Diese Stadt oder dieser Stadtstaat
entstand aus „Menschenansammlungen“, mit der Zeit benötigten
die Bewohner eine Verwaltung und weitere Infrastrukturen unter
anderem Zeremonienhäuser. So konnten die Menschen das
Zusammenleben regeln. In den Stadtzentren wurden Tempelanlagen
errichtet. In diesen Tempelstätten fanden Archäologen
Tonscherben mit Darstellungen von boxenden und ringenden Männern.
In den Tempeln wurde also nicht nur gebetet, vermutlich wurden
verschiedene Veranstaltungen wie dieses Boxen und Ringen, vor
den
Gebeten abgehalten.

Die Gewinner dieser Kämpfe
galten als sehr starke Männer, diese Kraft war ein Garant für
den fortbestand der eigenen Rasse. Diese Stärke wurde den
Nachkommen vererbt. Die in den tempeln praktizierten
kampfkunst stand im Zusammenhang mit dem Glauben an das Überleben
der eigenen Rasse.

 

 

Boxer mit kurzen Röcke,
sie tragen Bandagen an ihren Handgelenken ca. 2000AD in der
Stadt Ashunnak gefunden, ausgestellt im Louvre Paris

 

2.2Ägypten

Das nächste Fundstück aus der
Geschichte der Kampfkunst, welches zeitlich nach den Funden
aus Mesopotamien eingeordnet werden kann, wurden in alten Ägypten
entdeckt. Ägypten zählt neben Mesopotamien, Indien und China
zu den vier ältesten Zivilisationen der Geschichte. Beweise für
die Existenz der Kampfkünste sind auf ägyptischen Fresken
und Reliefen mit boxenden und ringenden Männern zu finden.
Diese Funde wurden vornehmlich in Gräbern von hohen
Offizieren und Königen an Plätzen wie z.B. Seqqera gefunden.
Die ältesten Reliefs mit Darstellungen von Kampfkunst können
auf das Jahr 2300 vor Chr. datiert werden. Diese Zeitspanne
wird auch das alte Königreich genannt. Unter der strengen Führung
des Pharao herrschte Friede und Wohlstand im Land. Die meisten
grossen Pyramiden wurden zu dieser Zeit errichtet.

In dieser zeit waren die Ägypter ein
eher friedfertiges Volk. Auch in ihren mächtigsten Tagen
waren sie nicht so expandierend und kriegerisch wie die alten
Römer. Man kann daraus schliessen dass die Kampfkunst nicht
zu kriegerischen Zwecken ausgeübt wurde. Auf Darstellungen
waren im Gegensatz zu den muskulösen griechischen Kämpfer
die Ägypter schlank und drahtig. Abschliessend kan man
behaupten, dass im alten Ägypten eher spielerisch gekämpft
wurde, z.B. mit Papyrusstäben.

Auf dem Relief sind links Boxer und rechts Fechter zu
erkennen, zu sehen im Grab von Ptahshopte in Seqqara, Alter
etwa 4300 Jahre.


Die alten Ägypter glaubten an ein Leben nach dem Tode. Teil
dieses Glaubens beinhaltet auch die Mumifizierung der
Verstorbenen. Da sie glaubten im gleichen Körper weiterzuleben
sollte dieser zu Lebzeiten möglichst perfekt und unversehrt
bleiben. Demnach wurde so trainiert dass Verletzungen vermieden
wurden. Möglicherweise wurde das Kämpfen auf spielerische Art
ausgeführt.

2-3 Minoan Kreta

Rund um die Ägäis
zwischen Griechenland und der heutigen Türkei, existiert eine
Inselgruppe Namens Kreta. Auf Cycladees Island, die Südinseln
Griechenland und ebenfalls an der Westküste von Kleinasien
entwickelte um 2600- 1400 vor Chr. eine hochstehende Kultur.
Diese wird auch Ägäis Zivilisation genannt, welche gut 1000
Jahre vor den alten Griechen ihre kulturelle Hochblüte
erreichten. Diese Kultur gilt als Grundstock für die
Entwicklung Europas.

Die auf Kreta entstandene
Zivilisation wird nach dem Mytos von König Minos, Minoa
Zivilisation genannt. Dem Mytos folgend soll Minos der Sohn
des Griechischen Gottes Zeus und dessen Frau Europa, eine
fenisische Prinzessin gewesen sein. Der Kontinent wurde nach
ihr benannt. Für  Karate-Historiker
ist diese Epoche von grosser Bedeutung. Viele Funde mit
Darstellungen von Boxern und Ringern aus dieser Zeit sind auf
Minoa zu finden. 

Eine uns völlig
unbekannte Sportart war das „Bullenspringen“ vergleichbar
mit dem heutigen Pferdspringen. Dies war eine wahrlich
akrobatische Angelegenheit und erforderte ein systematisch
aufgebautes Training. Soweit bekannt, waren die Minoer die
einzigen, die diesen Sport ausübten. Diese Tatsache lässt
vermuten dass die Minoer das ringen und Boxen ebenfalls
trainierten. Verschiedene antike Darstellung aus jener Zeit,
z.B. ein Wandgemälde auf dem
Bullenspinger und Boxer zu erkennen sind umringt von
begeisterten Zuschauern, erhärten diese Annahmen.

Diese vielfarbige
Darstellung der zwei boxenden Jugendlichen sind im archäologischen
Museum in Athen ausgestellt. Die Fundstelle ist Thera. Datiert
um 1500 vor Chr.

Die Fresken mit den
boxenden Jugendlichen weist darauf hin, dass in Minoa nicht
nur die Erwachsenen den Boxsport praktizierten. Die Fresken
sind um das Jahr 1500 vor Chr. datiert, also gut 1000 Jahre
nach den Funden mit Kampfkunstdarstellungen aus Mesopotamien,
aber 800 Jahre vor den ersten Olympischen Spielen.

 

 
Das antike Griechenland

Ilias von Homeros

Nach Homer`s Erzählungen
veranstaltete Achilles  ein Sportfest zu Ehren seines besten Freundes
Partoclus. Er kam an der Seite von Achilles auf dem
Schlachtfeld ums Leben. Dieses Ereignis, falls es tatsächlich
stattgefunden hat, scheint die älteste registreierte
Sportveranstaltung der Geschichte zu sein. Vermutlich wurde
die Veranstaltung im Zusammenhang mit der Bestattung von
Partoclus ausgeführt. Unter den verschiedenen Sportarten wie
Laufen, Diskusswerfen, Speerwerfen, Bogenschiessen und Fechten
waren auch die kampfkünste dieser Zeit vertreten. Diese
Geschichte könnte sich um 1200-1300 vor Chr. abgespielt
haben. Interessant ist, dass die Kampfkünste im Zusammenhang
mit einem Begräbnis ausgeführt wurden.

Die alten Olympischen Spiele

Die
alten Griechen starteten um 776 vor Chr. ihre ersten
Olymischen Spiele. Diese Spiele wurden alle vier Jahre
veranstaltet, 293 mal bis ins Jahr 393 nach Christus. Es ist
erstaunlich, dass die Spiele lange 1169 Jahre ausgeführt
wurden. Erst im Vergleich mit der Ausführungsperiode der
modernen Olympischen Spielen von 100 Jahren wird die Konstanz
ersichtlich.

Im alten
Griechenland wurden bereits 582 vor Chr. die
Pythinischen Spiele ausgetragen. Es wurde diverse
andere Sportveranstaltungen, in verschiedenen Städten
ausgetragen. So konnten die Athleten jedes Jahr an
einem Wettkampf
teilnehmen, die Olympischen Spiele blieben
trotzdem die grössten und prestigeträchtigste
Sportveranstaltung. In Zusammenhang mit den Kampfkünsten
waren folgende Spiele von grösster Bedeutung:

1.
Olympiade
776v.Chr.
Die ersten Olympischen Spiele werden
ausgetragen
18. Olympiade
708v.Chr.
Das Ringen wurde in die Spiele aufgenommen
23. Olympiade
688v.Chr.
Boxen wird Olympisch
33. Olympiade
648v.Chr.
Pankratino* wurde aufgenommen
37. Olympiade
632v.Chr.
Knabenringen wurde aufgenommen
41. Olympiade
616v.Chr.
Knabenboxen wurde aufgenommen
145. Olympiade
200v.Chr.
Pankration für Knaben wurde aufgenommen
 
* = Pankratino ist eine Kombination
zwischen Boxen und Ringen
 


Eine ca. 2500 Jährige
griechische Vase, ausgestellt im nationalen Archäologischen
Museum Athen. Man sieht darauf wie der Boxer recht
eine gerade Rechte zum Gesicht seines Gegners ausführt.
Beide Boxer besitzen eine gut trainierten Körper.

Spartaner und Athener

Im
alten Griechenland existierten viele Stadtstaaten. Athen und
Sparta waren zwei der mächtigsten Städte in dieser Zeit. Es
gab wesentliche Unterschiede zwischen Sparta und Athen, diese
manifestierten sich ebenfalls im ausführen von Sportarten.
Die Spartaner nutzten die Kampfkünste um starke Soldaten
auszubilden.

Die
Athener trieben Sport als Weg um ihre Individualität über
ihren eigenen Körper zum Ausdruck zu bringen (Physisches
Training). Dieser Körperkult basierend auf der Ideologie der
„Schönheit und Harmonie“ entsprang vermutlich dem Glaube
durch einen perfekten Körper, so wie ihn Götter hatten,
ihnen näher zu sein. Viele junge Griechen trainierten deshalb
in Palaestras die Kampfkünste.

Man
findet in verschiedenen Europäischen Museen Skulpturen und
Bilder mit Darstellungen von gut trainierten Athleten aus
dieser Zeit. In der späteren Entwicklung veränderten sich
die Athener, unter anderem nach dem Sieg über Persien, zu
einem kriegerischen Volk. Die Sportler wurden mehr und mehr zu
Profis, denn die Veranstaltungen zogen immer mehr Zuschauer in
die Arenen die ihre „Inszenierungen“ genossen.

Der
Hellenismus verbreitete sich in der zeit Alexander des
Grossen. Die Kampfkunst mit dem Ringen, Boxen und Pankration
war keine Ausnahme mehr, die Idee der Palaestras als
Kampfkunstschulen etablierte sich. Einer der wichtigsten
Aspekte in der griechischen Kampfkunst war der sportliche
Wettkampf. Der moderne europäische Kampfsport erbte seine
Idee von den Griechen.

 

2-5
Die Römer

Um 275
v.Chr. kontrollierten die Römer die gesamte italienische
Halbinsel. Die Etrusker bildeten die zweite Grossmacht auf der
Apenininsel. Die Griechen besetzten Teile des römischen
Reiches um 146 v.Chr, gleichzeitig eroberten die Römer halb
Europa. Dies Reich wurde in ein Ost und West Reich unterteilt.
Teile des östlichen Reichs bestanden bis 476 AD und das östliche
Reich, später Byzantinisches Reich genannt bestand bis 1476
AD. Aus den besetzten Gebieten wurden Teile der Kultur übernommen,
so sind in der römischen Kampfkunst Etruskische Elmente zu
entdecken.

Die Etrusker

Auch in
der Kampfkunst geben uns die Etrusker einen geschichtlich
Interessanten einblick.Sie haben viele Fundstücke über die
Kampfkunst hinterlassen. Neben den eigenen Traditionen wurden
die Etrusker durch die Geschäftsbeziehungen mit den Griechen
beeinflusst. In den Museeum Villa Gulia in Rom und auch im
Gregorianisch Etruskischen Museum in Vatikanstadt können
tausende etruskische Vasen bestaunt werden. Viele der
ausgestellten Vasen zeigen Kampfkunstdarstellungen von Boxern
und Ringern. In ihren Gräbern hinterliessen die Etrusker ähnlich
den Ägyptern Wandgemälde, teilweise mit
Kampfkunstdarstellungen. Man findet auch Bronzefiguren
darunter eine Skulptur die erstaunlicherweise einen Kampf
zwischen einer Frau und einem Mann zeigt. Das deutet darauf
hin, dass bei den Etruskern auch Frauen Kampfkünste
trainierten.

Die
Etrusker manifestierten mit ihren Gefangenen grausame
Opferzeremonien. Die Gefangene kämpften gegeneinander, wobei
der Verlierer geopfert wurde. Es wurden auch Tierkämpfe oder
Mensch gegen Tier durchgeführt. Die Römer übernahmen diese
Idee in ihre Gladiatorenkämpfe.

Römer

Die Römer
übernahmen die Olympischen Spiele der Griechen und führten
diese bis 393 AD weiter. In der Zwischenzeit änderte sich der
Charakter der Spiele. Die Griechen führten zum Beispiel ihre
Boxkämpfe mit Weidenbandagen an den Händen aus, die Römer
benutzten caestus, aus Eisen geschmiedete Handschuhe
die den Gegner ernsthaft verletzten. Gladiatoren kämpften
nicht nur gegeneinander sondern bekanntlich auch gegen Tiere
wie z.B. Löwen.

Das
alte Rom war eine potente Militärmacht. Der Einsatz der
Kampfkunst für militärische Zwecke prägte diese auch.

Die
reichen Römer genossen auch das Leben. Im Gegensatz zu den
Griechen trainierten sie nicht selber, sondern genossen lieber
die Kämpfe von der Zuschauertribüne aus, wie im Kolosseum
bei den Gladiatorenkämpfen.

Um
391AD setzte sich das Christentum als Staatsreligion durch.
Zwei Jahre später 393 AD wurden die letzten Olympischen
spiele abgehalten. Da die Spiele zu brutal geworden waren und
dies nicht mit der christlichen Lehre in Einklang gebracht
werden konnte, wurden diese eingestellt.

In
vielen Europäischen Museen findet man Abbildungen aus der Römischen
Zeit in Form von Skulpturen und Mosaiken. Auf den Bildern
findet ihr zwei fantastische Fundstücke von „Kickenden Römern“.
Eines der antiken Kunstwerke ist eine Bronzestatue und das
andere ein eindrucksvolles Relief. Im Pankration war es
erlaubt Fusstritte einzusetzen. Darstellungen von Kämpfern
die Fusstritte einsetzten sind schwierig zu finden. Vermutlich
waren Fusstritte nicht sehr effiziente Techniken, die Kämpfer
schmierten sich den Körper mit Olivenöl ein und die Kämpfe
wurden im Sand ausgetragen. Beides sind Faktoren die enorm
Energie der Beintechnik entziehen, oder war es einfach riskant
Fusstechniken einzusetzen weil Konter mit Würfe erlaubt
waren? Die Skulptur ist aber ein Beweis für die frühe
Existenz der Kicks.

 

 

Foto
kickende Bronzestatue: Eine Bronzestatue die einen Kick
(Maegeri) ausführt. 27cm hoch, ein Pankrationist aus
dem 1.Jahrhundert nach Chr. Ausgestellt im Louvre Museum
Paris. Im Pankration waren Fusstritte erlaubt. Man
beachte wie tief der Maegeri angesetzt wurde, im
vergleich zu heute. Das ist einer der wenigen Fundstücke
von Fusstritten aus diesen Tagen.

 

 


Foto Relief: Ein anderes Fundstück aus der
griechisch-römischen Zeit; vermutlich um 300 vor Chr.
entstanden. Es ist im Vatikanischen Museum Rom
ausgestellt. Links sind zwei Pankrationisten zu sehen.
Der Kämpfer rechts hält die Hand seines Gegners fest
und führt einen Kniestoss in dessen Genitalien aus.
Rechts ist ein Boxer. Rechts ist ein Boxer mit
angezogenen caestus (Metallhandschuh) zu sehen. Boxer
trugen eine Art Bedeckung an ihren Händen, so kann bei
Darstellungen zwischen Pankrationisten und Boxern
unterscheiden.

2-6
Indien

An den
Ufern des Flusses Indus entstand um 2500 v.Chr., parallel zu
Mesopotamien und Ägypten eine der ältesten Zivilisationen.
Die Stadt Mohenjo-Daro zählte 40000 Einwohner. Den Wohlstand
verdankten dessen Bewohner dem Handwerk und Handel. Es wurden
sehr wenige Funde über das soziale Gefüge der damaligen zeit
gefunden, daher noch weniger im Zusammenhang mit den Kampfküsten.

In der
zeit um 1000v.Chr. kamen Gruppen von Indo- Europäern nach und
führten das Kastensystem ein, welche die Menschen und
Bewohner in verschiedene Klassen einteilte. Die Leute blieben
von Geburt bis zum Tode in der selben Kaste ohne eine Möglichkeit
diese je zu wechseln. Es blieb dem unteren Volk nur die
Vertiefung in Glaube und Meditation, dem indischen Yoga übrig.
Angesichts diesem System dürfen wir annehmen, dass die Leute
eher friedfertig waren. Ein statisches Training wie Yoga war
also typisch für Indien. Yoga wird seit mehr als 2500 Jahren
praktiziert. Im Yoga wird die Vereinigung von Körper und
Geist durch Meditation in einer speziellen Körperhaltung geübt.
Die Kontrolle des Atems ermöglicht eine tiefe Meditation,
unter anderem auch das überwinden von Sinneswahrnehmungen
(Schmerz, Hunger usw.). Die Idee des Yoga wurde in den
Buddhistischen Glauben übernommen. Den Atem zu kontrollieren
wurde in alle Kampfkünste übernommen.

 

China

China
war schon im Altertum riesig. Die chinesische
Kampfkunstgeschichte ist sehr lange und facettenreich, eine
detaillierte Beschreibung würde den Rahmen dieser Homepage
bei weiten sprengen. Ganz simpel erklärt haben die Chinesen
die Kampfkünste mit ihrer Gesundheitslehre kombiniert. Um 500
v. Chr. entstand der Taoismus, mit dem system der inneren
Energiesammlung (Chi). Durch das Einsetzten des Chi`s in der
Kampfkunst wurde die gesammelte Energie auf einen Punkt
konzentriert, so konnte eine sehr starke Technik ausgeführt
werden. Diese Energieflüsse stärkten auch Seele, Geist und Körper
so dass ein langes gesundes Leben möglich wurde.

In der
Volksmedizin wurden Akupunktur- und Akupressurtechnik
entwickelt die ein natürliches Heilen ermöglichte. In der
heutigen westlichen Medizin wird immer mehr auch auf diese
Heilmethoden verwiesen. Alsbald wurden diese Punkte auch in
der Kampfkunst eingesetzt und zwar um den Gegner auszuschalten
(Vitalpunkte). Heutzutage trainieren viele Menschen Taichi
chuan (Schattenboxen) für ihre Gesundheit.

 

2-8
Japan Budo

Japan
ist einzigartig in Bezug auf die Kampfkünste. Die Japaner
entwickelten aus allen Einflüssen die Kampfkunst als „Weg
des Lebens“ zu interpretieren. Diese Lebensphilosophie wird
durch das Wort Budo zum Ausdruck gebracht. Die Definition
sieht wie folgt aus:

Kunst
des Lebens (oder Kunst des Tötens)- Überleben beider Seiten
(man sollte nicht nur ans eigene Überleben denken) – Über
sich selber Gewinnen (man muss härter mit sicher selber kämpfen
als mit seinem Gegner) – Über Leben und Tod gewinnen (die
Grösste Herausforderung für die Menschheit) – Leere –
Kreatives Leben (wir können versuchen eine kreative Leere zu
finden – ein wirklich glückliches Leben) – Budo

Zusammenfassung

Dies
ist eine kurze Zusammenfassung wie in der Vergangenheit
Kampfkunst trainiert wurde. Man kann Karate aus verschiedenen
Gründen trainieren. Es wäre aber armselig wenn man es nur
als Kampfsport trainieren würde. Es wäre besser wenn man den
Sinn des Lebens durch Karatetraining besser verstehen würde (Karate-Do)
und für eine bessere Gesundheit. Ich bin überzeugt die Idee
des Budos wird in der gegenwärtigen Welt benötigt.

Text
von Shingo Ohgami Sinngemäße Übersetzung von Alessandro
Aquino

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